Wer räumt heute auf?" - "Nicht schon wieder ich!" - Kommt dir das bekannt vor? So schaffen es viele Familien, dass alle gerne mithelfen und jeder weiß, was zu tun ist.
Kennst du das? Morgens ist Chaos, nachmittags wird gejammert und diskutiert, abends sind alle genervt. In vielen Familien läuft es ähnlich. Wie oft bleibt alles an den Eltern hängen - oder an der Mama :-). Wie oft wünschen sich Eltern mehr Hilfe von den Kindern, mehr Selbstständigkeit, mehr Eigenverantwortung.
Doch es ist gar nicht so leicht, dranzubleiben und bestimmte Dinge einzufordern. Lieber doch selber machen - das geht schneller und spart Diskussionen, nicht wahr? Die Frustration bleibt jedoch. Wer wünscht sich nicht, dass Kinder zu selbstständigen Erwachsenen heranwachsen? Irgendwann ist die Zeit im "Hotel Mama" schließlich vorbei.
Schon die Kleinsten möchten in den Alltag der Erwachsenen eingebunden werden. Manche Kinder bekommen aber gar keine Chance, sich selbst zu entwickeln und Fertigkeiten zu erlangen, weil zu vieles abgenommen wird. Wenn Erwachsene dem Kind alles abnehmen und jeden Stein aus dem Weg räumen, rächt sich das spätestens im Erwachsenenleben. Dabei bietet der Alltag so viel Lebensschule, die letztendlich für ein erfolgreiches Leben wirklich zählt. Glühbirne einschrauben, Kuchen backen, Bett neu beziehen, im Garten hantieren...
Kinder möchten und brauchen nicht das Endergebnis, sondern wollen in den Prozess miteinbezogen werden. Gerade in einer Zeit, wo wir alles haben und hochautomatisierte Prozesse ablaufen, ist es wichtiger denn je, Handgeschick zu fördern, Eigenverantwortung zu stärken und das Gefühl für Alltagspraxis zu entwickeln.
Wie kann ich als Elternteil das fördern? Indem ich zum Beispiel Aufgaben verteile. In Form von Plänen ist das viel verbindlicher als Worte. Besonders kleinere Kinder können noch nicht gut lesen, aber sie verstehen Bilder sofort. Ein Bild vom Staubsauger ist klarer als "Zimmer saugen". Und das Gefühl, eine Karte von "zu erledigen" zu "fertig" zu schieben, ist viel befriedigender, als einen Haken auf einer Liste zu setzen.
Verschiedene Altersgruppen unter einen Hut bekommen
Das ist oft das größte Problem für Eltern: Was kann der 4-Jährige schon schaffen? Womit ist die 12-Jährige unterfordert?
Für die Kleinen zwischen 3 und 6 Jahren eignen sich einfache Aufgaben wie Spielzeug wegräumen, den eigenen Teller abräumen, Socken sortieren oder Blumen gießen. Schulkinder zwischen 6 und 12 Jahren können schon den Geschirrspüler ausräumen, Müll rausbringen, Wäsche aufhängen oder staubsaugen. Jugendliche ab 12 Jahren schaffen es dann auch, beim Kochen zu helfen, das Bad zu putzen, einkaufen zu gehen oder kleine Reparaturen zu übernehmen.
Systeme, die funktionieren: Sichtbar, fair und flexibel
Viele Familien setzen auf Pläne, bei denen jeder sehen kann, was noch zu tun ist, wer was macht und was schon erledigt wurde. So läuft es in vielen organisierten Familien: Sonntagabend werden gemeinsam die Aufgaben für die Woche verteilt. Jeder darf mitreden, keiner wird übergangen. Unter der Woche schaut dann jeder auf seinen Bereich, erledigt seine Aufgaben und "hakt" sie ab. Kein Gemecker, kein ständiges Erinnern nötig. Am Ende der Woche gibt es eine kurze Runde - was hat gut geklappt, wo kann man noch besser werden?
Was passiert dann in diesen Familien? Eltern berichten von weniger Stress, weil sie nicht mehr ständig daran denken müssen, wer was machen soll. Es entsteht mehr Gerechtigkeit, weil jeder sieht, dass alle ihren Teil beitragen. Die Kinder werden stolzer - das Gefühl "Ich hab das geschafft!" motiviert viel mehr als jede Belohnung. Die Abende werden entspannter, denn wenn jeder seinen Teil gemacht hat, kann die Familie die gemeinsame Zeit wirklich genießen. Es entwickelt sich mehr Teamgefühl und Familiensinn, mehr Achtsamkeit und Wertschätzung für das gemeinsame Zuhause.
Hier gehts zum Aufgabenplaner
Praktische Tipps für den Start
Was hilft beim Einstieg? Klein anfangen ist besser - 2-3 Aufgaben, die wirklich klappen, als zehn, bei denen alle überfordert sind. Wichtig ist auch, gemeinsam zu planen. Die Familie soll mitentscheiden, wer was macht. Das erhöht die Akzeptanz enorm. Erfolge sollten gefeiert werden - ein "Super gemacht!" oder ein gemeinsames Eis, wenn alle ihre Aufgaben geschafft haben, wirkt Wunder. Und dann heißt es dranbleiben: Die ersten Wochen konsequent sein, dann wird es zur Gewohnheit.
Für wen sich so was eignet
Natürlich ist nicht für jede Familie so ein System das Richtige. Es funktioniert besonders gut, wenn die Familie gerne Struktur hat und bereit sind, am Anfang mehr Zeit zu investieren. Denn es ist wichtig ist, dass jeder seinen Beitrag leistet. Wenn eine Familie eher spontan lebt oder nur sehr wenig Zeit zu Hause verbringt, ist vielleicht ein anderer Ansatz besser.
Fazit: Organisation kann entspannt sein
Kinder in die Familienorganisation einzubeziehen ist keine Kinderarbeit, sondern wichtige Lebensvorbereitung. Mit den richtigen Aufgaben für das richtige Alter, etwas Geduld und einem guten System wird aus lästiger Pflicht eine Familienaktivität. Der Trick ist einfach: Klein anfangen, dranbleiben und die Erfolge feiern. Ein Aufgabenplan mit Bildkarten kann dabei der Schlüssel zum Erfolg sein - besonders für Familien, die Struktur lieben und weniger Stress im Alltag wollen.
Natürlich sollte es nicht so sein, dass Kinder als kleine Erwachsene behandelt werden. Kinder sind Kinder und sie erledigen ihre Aufgaben nach ihrem Entwicklungsstand und nicht nach Perfektion.
Du suchst nach einem praktischen System für deine Familie? Ein visueller Familien-Aufgabenplaner mit altersgerechten Bildkarten kann euch den Alltag deutlich erleichtern und sorgt für mehr Harmonie zu Hause.
Realistisch bleiben
Wird der Plan immer wie am Schnürchen funktionieren? Werden Kinder jetzt immer voller Inbrunst und Freude den Geschirrspüler ausräumen und jubeln? Natürlich nicht. Alltagshandlungen werden deswegen nicht schön geredet, sie sind einfach zu tun. Im Englischen sagt man auch "It's a must do". Oftmals habe ich bei Coaching Seminare gehört, das Wörtchen Müssen in Können zu verwanden. Also statt zu sagen, "Ich muss jetzt staubsaugen" - "Ich darf/kann jetzt staubsaugen". Ich persönlich habe da eine andere Meinung.
Mir hat das A noch nie geholfen B bin ich kein Fan von Dingen schön reden. Ich finde mich eher in der einfachen Unterteilung, dass es Dinge gibt die ich gerne machen, die ich immer wieder gerne mache, Dinge die sich hinterher besser anfühlen oder Dinge, die ich nicht gerne mache, aber gemacht werden müssen. Weil sie ein MUST DO sind. Solange man keine Haushaltsfee hat, sind Dinge zu machen.
Und je weniger ich drüber nachdenke, desto besser. Das heißt, je mehr ich fühle, nachspüre ob es jetzt an der Zeit ist staubzusaugen oder in eine Stunde, je mehr werden wir uns in Diskussionen mit uns selbst befinden. Ich bevorzuge da eher den Weg, nicht nachzudenken, sondern zu machen. Es ist wie wenn du am Sprungbrett vorm See stehst. Je länger du drüber nachdenkst wie sich das Wasser anfühlen wird, ob es zu kalt ist, wie das dann wohl ist, desto weniger wirst du springen wollen. Stehst du aber am Sprungbrett mit der Einstellung "Es ist jetzt zu machen" und du springst einfach, desto schneller freust du dich über das Ergebnis.
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Meta-Beschreibung: Familienorganisation leicht gemacht: Wie Kinder gerne im Haushalt mithelfen und alle weniger Stress haben. Praktische Tipps für einen entspannteren Alltag.