Warum das Umfeld, als auch die Umwelt für die Fortschritte in der Therapie maßgeblich sind

Warum das Umfeld, als auch die Umwelt für die Fortschritte in der Therapie maßgeblich sind

Der Hauptklient in der Therapie ist der Betroffene selbst. Zu den Nebenklienten zählen die nächsten Angehörigen (Partner, Tochter, Sohn etc.)

Im Moment behandle ich gerade einen Schlaganfall Klienten, zuhause im häuslichen Umfeld. Dieser ist mein erster Klient wo das Umfeld (Tochter, 24 h Pflege) nonstop in der Therapie dabei sind. Er ist mein erstes Paradebeispiel, wo die Angehörigenberatung und die aktive Mitarbeit dieser, als auch des Klienten optimal sind.

Natürlich ist dies nicht immer möglich, gerade wenn der Klient alleine lebt, das ist mir schon bewusst. Aber in so einem Fall, könnte man zum Beispiel erarbeiten und besprechen, ob es denn nicht jemanden gibt, der wenigstens einmal in der Woche zusätzlich zur Therapie mit ihm übt.

Die Fortschritte bei diesem Klienten wo es so optimal funktioniert, sind auch die Therapiefortschritte extrem positiv. Ebenso die Stimmung und die Motivation des Klienten.

Daher liebe ich meine Arbeit als Ergotherapeutin, weil es mir wieder mal zeigt, wie ganzheitlich orientiert wir arbeiten und immer das Umfeld, als auch die Umwelt (Anpassung, kleine Veränderungen, Sitzplatz, etc.) mit in die Therapie miteinbeziehen. Wir arbeiten so sorgfältig und haben so einen wachen Blick, auch für die kleinsten Details. Wir analysieren ständig… manchmal ganz schön anstrengend ;).

Das nächste ist, der Klient übt fast täglich. Die Angehörigen nehmen sich die Zeit, besorgen notwendige Materialien und filmen mich sogar bei der Therapie, weil sie alles aufsaugen wollen, was sie dann selber machen können.

Ich erkläre ganz viel und mache Psychoedukation und weise darauf hin, warum, was gut ist, wieso dieses oder jenes nicht.

Der Klient weiß, warum er selber üben muss und es ganz wichtig ist, mitzumachen. Er hat selber den Ansporn und wird dadurch in die Eigenverantwortung gebracht. Wir konzentrieren uns auf die Fortschritte und ich weise immer wieder darauf hin, was sich schon verbessert hat.

Ich erkläre den Angehörigen/24 h Pflege, warum man nicht zu viel übernehmen sollte, sondern lediglich leicht unterstützen soll, je nach dem was nötig ist. Der Spruch „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ fällt mir an dieser Stelle wieder ein, wenn es um das Thema Hilfestellung geht. Gerade bei den 24 h Pflegern ist eine Aufklärung, warum es so gut ist, den Klient so viel wie möglich selber machen zu lassen, sehr bedeutsam. Sie meinen es überhaupt nicht böse, wenn sie so flink sind und alles machen wollen. Aber, für den Fortschritt in der Therapie kann das hinderlich sein. Und darauf hinzuweisen ist manchmal mühsam, aber es lohnt sich für alle Beteiligten enorm.

Umfeldberatung, als auch die Umweltanpassung ist neben der Therapie mit dem Klienten selbst, eine nicht wegzudenkende ergotherapeutische Intervention und sollte nicht vergessen werden. Zumindest für mich ist jetzt nochmal mehr klar, wie wichtig die Zusammenarbeit und die Beratung zuhause sind.