Die Mehrfachrollen der Frau im Alltagsleben

Gerade als Frau haben wir oft viele Dinge im Kopf und Handlungen durchzuführen. Da ist die Rolle der Mutter, der Hausfrau, der Partnerin uvm. Wenn dann auch noch ein Job dazu kommt, ist es nicht immer leicht, allem gerecht zu werden. Ich spreche in diesem Artikel genau für Frauen, die sich durch Mehrfachbelastung oft überfordert fühlen.

Ergotherapie umfasst nicht nur die körperlichen Schwierigkeiten, z.B. aufgrund von Rückenschmerzen oder einer Handverletzung, sondern auch die Schwierigkeiten die z.B. aufgrund von Überbelastung und Stress den individuellen Alltag einschränken.

Und so kann es passieren, dass viele Frauen oft nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Tätig sein, hat an sich eine heilende Wirkung und ist ein menschliches Grundbedürfnis – wenn es nicht zu viel und zu einseitig wird.

Der folgende Artikel geht auf die mentale Gesundheit von Frauen ein und bietet Tipps rund um das Thema „Die Frau im Alltag“. Es werden ganz viele Fragen gestellt, da das sogenannte Selbstcoaching ein für mich sehr bedeutungsvolles Tool ist, wenn es darum geht, sich selbst zu helfen.

Die Umwelt als Einfluss auf deine Handlungen

Die Umwelt – also das häusliche Umfeld, die Wohnung/das Haus kann uns fördern oder hemmen in unseren Handlungen.

Ein Beispiel: Das Kind will mit der Mama ein Spiel spielen. Vielen Müttern fällt es dabei schwer, sich darauf zu fokussieren, weil sie noch so viele andere Dinge im Kopf haben, die es für sie zu tun gibt. Sie hat ihren Fokus überall.

Sie sieht jedes kleine Detail in ihrer Umgebung. Der Müll der noch rausgebracht werden muss, den Abwasch, die Wäsche in der Waschmaschine, das herumliegende Spielzeug im Wohnzimmer, die Einkaufsliste fürs Wochenende schwirrt im Kopf umher, persönliche Angelegenheiten wie Termine oder Telefonate die noch erledigt werden müssen etc.  Man sagt oft, dass herumliegende Dinge, die von der Frau gesehen werden, mit der Frau zu „sprechen“ beginnen, ala „Räum mich weg“, „Erledige das“.  😉

Hier mein erster Tipp: Wenn du zu dem neigst, mache dir eine Liste mit deinen Erledigungen. Schreibe sofort auf, was du noch erledigen musst. Eine Freundin hat mir letztens den Kalender von „Odernichtoderdoch“ empfohlen. Deren Leitspruch ist: Auf dem Papier ist raus aus dem Kopf.

Hier findest du diese unterschiedlichen Kalender, Checklisten etc. HIER

Ein weiterer Tipp:  Geht es einem selbst nicht gut, äußert sich das meistens im Außen. Es sieht dann vermehrt aus, Dinge liegen herum, Chaos in der Wohnung nimmt zu. Mit Kindern ständig eine aufgeräumte Wohnung zu haben, geht natürlich nicht immer, denn wo sich Kinder befinden, ist Leben in der Wohnung… 😊. Aber, ich bin davon überzeugt, dass wir viel zu viel an Spielangebot haben, was Erwachsene als auch Kinder förmlich erschlägt.

Da könnte die Idee sein, mal auszusortieren und weniger anbieten. Fünf Bilderbücher statt zehn, aber dafür diese immer wieder austauschen. Spiele sortieren und in Boxen mit Beschriftung anbieten. Diese von Zeit zu Zeit wechseln und stattdessen weniger zur Verfügung stellen und den Rest im Keller/Dachboden verstauen. Kinder brauchen viel weniger an Spielmaterial als wir Erwachsene oft meinen…

Für viele kann Reizüberflutung hinderlich in der Handlungsdurchführung sein. Denn wenn ich von der Umgebung so abgelenkt und erschlagen bin, können Tätigkeiten erschwert sein und nicht entspannt durchgeführt werden.

Eine aufgeräumte und sortierte Umgebung kann einem dabei unterstützen, in sich selbst  „aufgeräumt“ zu sein, sodass fokussierter gehandelt werden kann.

Hinterfrage Zeitfresser

Wenn du als Frau, Mutter, Partnerin dich im Stress fühlst, frage dich: Was kostet dir viel Zeit? Machst du viele Wege doppelt? Gehst du logisch vor? Machst du lieber ein – oder zweimal einen größeren Einkauf, oder fährst du wegen jedem Teil, dass du benötigst einkaufen? Was kostet dir Energie? Was kannst du persönlich für dich einsparen? Wo kannst du reduzieren?

Mach dir deinen Medienkonsum bewusst. Wieviel Zeit verbringst du am Laptop, am Handy, surfst im Internet in irgendwelchen Foren oder sonstigen Plattformen?

Welche Handlungen machst du gerne und welche nicht?

Wir alle tätigen mehrere Handlungen in unserem Alltag. Gerade als Frau mit vielen Rollen im Alltags- und Familienleben kommt einiges zusammen.

Stelle dir mal die Frage, welche Handlungen sind für dich wichtig? Was machst du wirklich gerne? Was nicht? Wo kannst du vielleicht um Hilfe bitten?

  • Welche Handlungen machst du als Mutter?
    Welche Handlungen machst du als Partnerin?
  • Welche Handlungen machst du als Frau für dich?
    Welche Handlungen machst du als Frau im Beruf?

Selbstfürsorgende Handlungen

Baue in deinem Tagesablauf kleine Oasen für dich ein. So Aussagen wie: Ich habe dafür keine Zeit. Wie soll das funktionieren? Das Leben als Frau und Mutter ist nun mal anstrengend und schwer, sind Glaubenssätze die einem im Weg stehen.

Frage nicht, wie das funktionieren soll, sondern: Wie kann ich es möglich machen? Welche Ideen und Lösungen fallen dir ein, damit du dir mehr Zeit für dich frei schaufeln kannst? Und wenn es nur 10 Minuten Ruhe sind…

Viele Frauen haben überdies ein schlechtes Gewissen und fühlen sich als schlechte Mutter, wenn sie sich Zeit für sich nehmen. Schlechtes Gewissen ist das Hinderlichste was es gibt. Es benötigt einen gesunden „Egoismus“. Und geht es dir gut, geht es deinem Umfeld gut und du kannst mit voller Energie und Aufmerksamkeit wieder für deine Kinder da sein. Denn, so wie es dir geht, wird sich das in deinem Außen widerspiegeln.

Ein Beispiel von mir als ich noch als Pädagogin tätig war. Fühlte ich mich unrund, war ich aus meiner Mitte und agierte fahrig, desto lauter und unruhiger wurden die Kinder. Was bringt dich denn wieder in deine persönliche Mitte? Nur wenn du gut in dir zentriert bist, in deiner Kraft, kannst du wirklich für andere da sein. Musst du immer in deiner Mitte sein? Natürlich nicht… wir sind Menschen. In diesem Fall lerne zu akzeptieren und nimm es an, wenn der Tag einfach nicht so läuft wie du es willst. Es gibt bei jedem solche Tage 🤷‍♀️.

Alltagsstruktur schaffen

Wie kannst du deinen Alltag strukturieren? Welche positiven Verhaltensweisen und Routinen kannst du einbauen, dass sie dich fördern?

Finde für dich kleine Helfer und Strategien die dich auf Kurs bringen. Das können Checklisten, Notizzettel sein, ein Wandboard, wo du benötigte Lebensmittel drauf schreibst, fünf Minuten Zeit in der Früh für dich, währenddessen dein Partner mit den Kindern aufsteht (oder andere Lösungen- es findet sich immer was), wo du für dich Zeit zum Verschnaufen hast.

Wohlbefinden steigern

Das Wort Wohlbefinden hört man so viel und doch ist es gar nicht so leicht zu sagen, was genau damit gemeint wird. Frage dich mal selbst, was bedeutet Wohlbefinden für dich? Die monatliche Massage oder das Vollbad in der Woche? Dass du mal durchschlafen kannst? Dass du dich für zehn Minuten nachmittags auf die Couch legst? Ohne welcher Handlung kannst und willst du nicht (mehr) leben? Welche Handlungen, wenn sie wegfallen würden, wären für dich richtig schlimm?

Dieses folgende Buch kann ich übrigens sehr empfehlen, zum Thema Selbstmitgefühl. Ich bin der Meinung, wenn wir Mitgefühl für uns selbst haben, unseren eigenen Wert erkennen, fällt es uns auch viel leichter, Selbstfürsorge für uns zu betreiben und zur Normalität zu machen.  Selbstmitgefühl, Kristin Neff: HIER

Perfektionismus loslassen

Wenn wir unseren überhöhten Anspruch runterschrauben, unseren Perfektionismus endlich mal loslassen, eine perfekte Mutter, Hausfrau, Partnerin zu sein, oder einen perfekten Alltag zu leben, fällt eine enorme Last ab.

Wo handelst du perfektionistisch und warum? Ist das förderlich oder hinderlich? Wo vergleichst du dich mit anderen Müttern und Frauen? Was kostet dir Energie? Ist es vielleicht Instagram mit den augenscheinlich „perfekten“ Frauen, die so wirken, als ob sie Familie und beruflichen Erfolg immer mit Leichtigkeit vereinbaren? Wo machst du dir selber Druck, der Energie kostet?

Mach dir bewusst, dass du es in der Hand hast, welche Handlungen dir dienlich sind und welche nicht und was es jetzt gerade braucht, damit du in deine Kraft kommst.

Du hast Fragen? Dann schreibe mir gerne an praxis@ergo-life.at

Alles Liebe, Christina