Narbenbehandlung in der Ergotherapie

Im folgenden Blogartikel gebe ich einen kurzen Überblick zum Thema Narben, deren Behandlung und gehe auf den Einfluss von TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) ein. In der Narbenbehandlung hat sich gezeigt, dass die Komplementärmedizin eine wichtige Rolle spielt.

Es gibt sicher nur sehr wenige Menschen die keine Narben haben. Eine Narbe haben allerdings alle – nämlich den Nabel. Das ist im Grunde die erste Narbe im Leben und zählt übrigens in der TCM  zu dem wichtigsten Energiereservoir aus dem die ganze Energie gespeist wird.

Neben dem Nabel – der zu den Narbenklassiker zählt, gehören auch Nabelpiercings, Ohrstecker, Impfnarben, Brust-OP’s, Dammschnitt, Kaiserschnitt, Leistenbruch, Karpaltunnel, Verbrennungen, Venenoperationen, innere Narben im Zahn- und Kieferbereich, Knie, Schulter, Schilddrüse etc. zu häufigen Regionen wo Narben nach Eingriffen entstehen.

Nicht jede Narbe ist natürlich behandlungsbedürftig. Es gibt viele Narben die völlig problemlos sind.

In der Ergotherapie begegnen mir vorwiegend Klient*innen die aufgrund von Schnittverletzungen oder Operationen Narben an den Händen oder Fingern haben. Wenn sie zu mir kommen, sind die meisten Narben gestört.

Wie erkenne ich, ob es sich um eine störende Narbe handelt?

  • Nach mehr als drei Monaten besteht immer noch eine Hautrötung
  • Die Narbe ist wulstig oder eingezogen und die Hautstruktur ist stark verändert
  • Die Narbe schmerzt, sticht oder juckt
  • Die Narbe meldet Wetterveränderungen
  • Auf der Narbe findet sich ein gänzlich anderes Hautgefühl
  • An oder um die Narbe befindet sich eine andere Hauttemperatur – zum Beispiel sehr kalt

TCM und Narben

In der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geht es darum, dass die „drei Schätze“ in Balance sind. Störungen von Qi (Energie), Jing (Essenz) und Shen (Geist) führen über kurz oder lang zu Krankheit. Narben die behandlungsbedürftig sind, durchbrechen den Energiefluss. Manchmal kann es auch sein, dass durch gestörte Narben andere Krankheiten verursacht werden. Entstört man die Narbe, kann es sein, dass die ausgelöste Krankheit heilt.

Qi: Übersetzt heißt das so viel wie Lebensenergie. Qi schafft Leben und ist der Motor für Transformation. Voraussetzung ist allerdings ein harmonischer Qi-Fluss. Den Fluss wieder herzustellen ist die Aufgabe der Narbenentstörung.

Shen: Meint so viel wie Geist. Zum Geist werden in der TCM emotionale, mentale und spirituelle Aspekte gezählt. Shen wird vor allem im Heilungsprozess verdeutlicht. Diesen zu optimieren, ist ebenfalls Aufgabe der Entstörung.

Was übrigens viele nicht wissen, ist eine Operation geplant, kann auch schon vorsorglich die betreffende Körperstelle durch manuelle Techniken als auch mit Salben gelockert und geschmeidig gemacht werden, sodass der chirurgische Eingriff problemloser stattfindet kann. Ist „Shen“ auch noch positiv auf die OP eingestellt, begünstigt das den Heilungsverlauf.

Jing: Damit ist die Lebensessenz gemeint. Einen Teil des Jing kann über die Nahrung aufgebaut werden. Betrachtet man dies aus Sicht der Wundheilung, beeinflusst die Nahrung diese enorm. Der Säure- Basenhaushalt spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Denn zu viel Säure im Körper wirkt sich negativ auf die Wundheilung aus.

Das Ziel einer jeden Narbenentstörung ist letztendlich, dass der Energiefluss hergestellt wird. Denn, „Schmerz ist der Schrei des Gewebes nach fließender Energie“ –  laut Dr. med. Voll. Das heißt, kommt von Außen Bewegung ins Gewebe, kann die Energie dort fließen, verschiedene biochemische Prozesse werden angeregt und Schmerzen können sich lösen.

Wie sieht nun die Behandlung in etwa aus?

  • Manuelle Therapie im Narbengebiet (Weichteiltechniken)
  • Entstörung mit dem Magnetstäbchen („Abfluss für die schädlichen „Stoffe“ wird gelegt“ – Neuralpunkte die schmerzhaft sind behandelt), taube Stellen werden ebenfalls mit dem Stäbchen behandelt
  • Narbenpflege wird thematisiert – Vorschläge von (natürlichen) Salben/Ölen wird mitgegeben
  • Bei Bedarf Schröpfen und Gua Sha (übersetzt so viel wie „Schaben“) im Narbengebiet und bei Bedarf am dazupassenden Wirbelsäulen Abschnitt (HWS, Brustwirbelsäule, Lendenbereich – je nach dem auf welcher Höhe die Narbe liegt) um Schlacken abzutragen, die erheblichen Einfluss auf die Heilung der Narbe haben.
  • Bei Bedarf kurze Thematisierung der Ernährung bezüglich Wundheilung und Säure-Basenhaushalt

Schröpfen

Auch alte Narben können nach x Jahren noch behandelt werden. Wichtig, Narben gehören gepflegt – teilweise ein Lebenlang. Bereits entstörte Narben können bei hormonellen Veränderungen (Wechseljahre, Schwangerschaft) wieder Probleme bereiten. Bei Narben besteht ein enger Zusammenhang mit den Hormonen. Manchmal sind Narben übrigens auch emotional besetzt. Das heißt es kann sein, dass durch ein vorangegangenes Ereignis, wodurch die Narbe verursacht worden ist, noch verankert ist und sich diese bei der Narbenentstörung zeigt.

 

 

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